Schwanger - Das Ende des Pole-Trainings?

Poledance: Von der Schülerin zur Trainerin Du liest Schwanger - Das Ende des Pole-Trainings? 4 Minuten Weiter Viele Wege führen zum Poledance

Um eins direkt vorwegzunehmen: Ich habe bis zur 33. Schwangerschaftswoche (8. Monat)  Pole Dance trainiert. „Das ist ja viel zu gefährlich“, werden jetzt viele denken. Doch das stimmt nicht. Und das sind die Gründe.

„Unverantwortlich“ war ein Wort, das ich häufig hören musste, wenn ich erzählte, dass ich noch trainiere. Es gibt viele Schwangere, die sofort ihr ganzes Leben umkrempeln und ein Stückweit aufgeben, sobald der Schwangerschaftstest „positiv“ anzeigt. Doch ich gehöre nicht dazu. Ich habe alles in der Schwangerschaft genauso gemacht, wie vorher - bis auf Alkohol trinken und Lebensmittel wie rohes Fleisch essen. Und das war auch gut so. 

Ärzte raten zu regelmäßigem Sportprogramm

Und zu meinem Leben gehören eben auch Pole Dance und das regelmäßige Training. Im deutschen Ärzteblatt raten Ärzte Schwangeren dazu, regelmäßig Sport zu treiben. „Die körperliche Anstrengung schadet dem ungeborenen Kind nicht“, heißt es da. Sport vermeide eine übermäßige Gewichtszunahme und senke das Risiko für Schwangerschaftsdiabetes. So habe ich in der Schwangerschaft nur sechs Kilo zugenommen - und Diabetes hatte ich auch nicht.

Die Deutsche Sporthochschule Köln gibt in einer Studie von 2018 an, dass Sport während der Schwangerschaft das Risiko einer perinatalen Depression verringert - der werdenden Mutter also gut tut. Natürlich gilt das nur, wenn die Schwangere gesund ist und die Schwangerschaft ohne Komplikationen verläuft - genau so war es bei mir. 

Zu Beginn der Schwangerschaft hatte ich häufig mit Migräne zu kämpfen. Nach dem Training war ich mindestens drei Tage beschwerdefrei. Ein Grund mehr für mich, weiter zu trainieren. 





Ohne Vertrauen zum Trainer geht es nicht

Meine Trainerin Lina weihte ich früh in die Schwangerschaft ein. Von da an galt für mich die Regel: Bei schwierigen Figuren durfte ich nur noch mit dicker Matte an die Stange. Lina wusste auch genau, was ich wann nicht mehr trainieren darf (die vorderen Bauchmuskeln zum Beispiel). Sie zeigte mir Alternativen, sodass ich die meisten Figuren trotzdem mitmachen konnte. Ohne Vertrauen in den Trainer geht es aber nicht. 

Den Straddle, mit dem man in viele Figuren kommt, durfte ich schon früh nicht mehr machen. Trotzdem konnte ich die gleichen Figuren üben, wie meine Trainingspartnerinnen. Ich bin einfach die Stange hochgeklettert und von oben in die Figur gerutscht, statt mich von unten durch die Kraft der Bauchmuskeln hineinzuziehen. Einziger Nachteil: Das kostet mehr Kraft. Das Erfolgserlebnis, wenn man die Figur schafft, ist aber das Gleiche.

Irgendwann ist der Bauch im Weg

Doch je größer der Bauch wurde, desto mehr stieß ich an meine Grenzen. Bei Figuren wie dem Martini-Seat war irgendwann einfach der Bauch im Weg. Genauso wie bei der Übung, bei der man vom Outside-Leghang mit dem Oberkörper in den Inside-Leghang wechselt: Mit dem Bauch kam ich einfach irgendwann nicht mehr an der Stange vorbei. Nicht schlimm, dann übte ich einfach eine andere Figur. So kam beim Training kein Frust auf.

Mit all diesen Tricks habe ich auch während der Schwangerschaft Fortschritte an der Pole-Stange gemacht. Diese positiven Erfahrungen und Glücksgefühle haben sich auch positiv auf meine Schwangerschaft ausgewirkt. Davon bin ich fest überzeugt. Bei der nächsten Schwangerschaft würde ich alles wieder ganz genau so machen und so lange es geht weiter trainieren. 

Ein Blogbeitrag von Anni Gumpert


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2 Kommentare

Anja B.

Anja B.

Hallo, ich bin seit 8 Jahren Trainerin für Rehasport, medizinisches Fitness training und allgemein Groupfitness. Seit 3,5 Jahren arbeite ich auch als Pole dance Trainerin. Aktuell bin ich in der 29. Ssw und trainiere immer noch ganz normal an der Pole Stange. Invertierte Figuren mit Kraft sind zumindest für mich auch jetzt noch kein Problem. Im Gegenteil es tut dem Rücken gut und man behält eine starke Körpermitte. Sollte die ganze Schwangerschaft über vernünftig trainiert worden sein, spricht nichts gegen Pole dance. Wobei ich zum Schutz meiner Teilnehmer auch lieber darauf Hinweise die Überkopf Figuren wegzulassen. Aber seien wir mal ehrlich, dass Baby verrät uns doch was es mag und was nicht und mein kleiner Liebling liebt Sport und das Bauchmuskel Training. Und das war auch schon bei meinem kerngesunden ersten Schätzchen so. Bewegung darf ruhig mehr sein wie spazieren gehen… Was einem selbst gut tut, ist Balsam für euer Baby.

Hallo, ich bin seit 8 Jahren Trainerin für Rehasport, medizinisches Fitness training und allgemein Groupfitness. Seit 3,5 Jahren arbeite ich auch als Pole dance Trainerin. Aktuell bin ich in der 29. Ssw und trainiere immer noch ganz normal an der Pole Stange. Invertierte Figuren mit Kraft sind zumindest für mich auch jetzt noch kein Problem. Im Gegenteil es tut dem Rücken gut und man behält eine starke Körpermitte. Sollte die ganze Schwangerschaft über vernünftig trainiert worden sein, spricht nichts gegen Pole dance. Wobei ich zum Schutz meiner Teilnehmer auch lieber darauf Hinweise die Überkopf Figuren wegzulassen. Aber seien wir mal ehrlich, dass Baby verrät uns doch was es mag und was nicht und mein kleiner Liebling liebt Sport und das Bauchmuskel Training. Und das war auch schon bei meinem kerngesunden ersten Schätzchen so. Bewegung darf ruhig mehr sein wie spazieren gehen… Was einem selbst gut tut, ist Balsam für euer Baby.

Julia aka Dreadmuckl :-P

Julia aka Dreadmuckl :-P

Jeder Körper ist anders- hör auf dein Gefühl.

Ob schwanger oder nicht, das Achtgeben auf sich und seinen Körper sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Jahrelang habe ich intensiv, leidenschaftlich und motiviert an der Pole trainiert und unterrichtet. Durch meine eigene gute Trainerin konnte ich früh lernen auf meinen Körper zu hören. Doch was hat sich jetzt durch meine Schwangerschaft verändert? Mir war vom ersten Augenblick an bewusst, dass ich jetzt nicht mehr nur auf mich, sondern zusätzlich auf den kleinen Menschen, der in mir heranwächst, achten muss. Für 9 Monate ist mein Körper die Heimat meiner Tochter. Ich sehe es als meine Verpflichtung, diese Heimat so zu gestalten, dass sie sicher und verlässlich für mein Kind ist. Konkret für das Training heißt das ich werde alles vermeiden, was dem sicheren Raum meiner Tochter schaden könnte. Von Mamas, die mit ihrer Fitness angeben und von “Wettbewerben” wer wie wenig zugenommen hat, halte ich gar nichts. Ich nehme genau so viel zu wie wir beide es brauchen. Genauso kritisch stehe ich dem “sich- gehen- lassen” gegenüber. Nein, Schwangerschaft bedeutet für mich nicht nur liegen, essen, zunehmen, Serien schauen und nicht aus dem Haus gehen. Ich bin eine gesunde Schwangere. Bewegung ist mir sehr wichtig. Aber Bewegung für mich und nicht für mein Instagram Profil!!! Ich kann momentan nicht mehr aus dem Stand kopfüber gehen, ich kann momentan keine längeren Spinning Kombinationen mehr machen, ich bin momentan auch nicht mehr so flexibel. Dafür kann ich behaupten einem gesunden Mädchen beim wachsen zu helfen. Liebe Mamas, mich beeindruckt ihr nicht mit Fotos von (offensichtlich) zu schwierigen und gefährlichen Tricks im 8. Schwangerschaftsmonat. Mich beeindruckt ihr mit Liebe zu euch und eurem Kind. Flips & Drops können warten. Unsere Zeit kommt wieder, wir sind nicht ewig schwanger. Aber lasst uns diese besondere Zeit unseren Babys schenken. Besucht doch wieder mal einen Anfängerkurs :-) arbeitet an Basics. Denn seien wir uns ehrlich, die Polewelt hat auch für Schwangere so viel zu bieten. Schieb den Wettkampfgedanken weg und hör auf dein Gefühl. Zeig allen im Studio deinen Glow, freu dich über die Erfolge deiner Polebuddies und sei die beste Heimat für dein Kind.

Alles Liebe,
Julia im 8. Monat mit kleiner Pole- Bauchprinzessin

Jeder Körper ist anders- hör auf dein Gefühl.

Ob schwanger oder nicht, das Achtgeben auf sich und seinen Körper sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Jahrelang habe ich intensiv, leidenschaftlich und motiviert an der Pole trainiert und unterrichtet. Durch meine eigene gute Trainerin konnte ich früh lernen auf meinen Körper zu hören. Doch was hat sich jetzt durch meine Schwangerschaft verändert? Mir war vom ersten Augenblick an bewusst, dass ich jetzt nicht mehr nur auf mich, sondern zusätzlich auf den kleinen Menschen, der in mir heranwächst, achten muss. Für 9 Monate ist mein Körper die Heimat meiner Tochter. Ich sehe es als meine Verpflichtung, diese Heimat so zu gestalten, dass sie sicher und verlässlich für mein Kind ist. Konkret für das Training heißt das ich werde alles vermeiden, was dem sicheren Raum meiner Tochter schaden könnte. Von Mamas, die mit ihrer Fitness angeben und von “Wettbewerben” wer wie wenig zugenommen hat, halte ich gar nichts. Ich nehme genau so viel zu wie wir beide es brauchen. Genauso kritisch stehe ich dem “sich- gehen- lassen” gegenüber. Nein, Schwangerschaft bedeutet für mich nicht nur liegen, essen, zunehmen, Serien schauen und nicht aus dem Haus gehen. Ich bin eine gesunde Schwangere. Bewegung ist mir sehr wichtig. Aber Bewegung für mich und nicht für mein Instagram Profil!!! Ich kann momentan nicht mehr aus dem Stand kopfüber gehen, ich kann momentan keine längeren Spinning Kombinationen mehr machen, ich bin momentan auch nicht mehr so flexibel. Dafür kann ich behaupten einem gesunden Mädchen beim wachsen zu helfen. Liebe Mamas, mich beeindruckt ihr nicht mit Fotos von (offensichtlich) zu schwierigen und gefährlichen Tricks im 8. Schwangerschaftsmonat. Mich beeindruckt ihr mit Liebe zu euch und eurem Kind. Flips & Drops können warten. Unsere Zeit kommt wieder, wir sind nicht ewig schwanger. Aber lasst uns diese besondere Zeit unseren Babys schenken. Besucht doch wieder mal einen Anfängerkurs :-) arbeitet an Basics. Denn seien wir uns ehrlich, die Polewelt hat auch für Schwangere so viel zu bieten. Schieb den Wettkampfgedanken weg und hör auf dein Gefühl. Zeig allen im Studio deinen Glow, freu dich über die Erfolge deiner Polebuddies und sei die beste Heimat für dein Kind.

Alles Liebe,
Julia im 8. Monat mit kleiner Pole- Bauchprinzessin

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