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Poledance: Von der Schülerin zur Trainerin

Im Frühjahr 2013 nahm ich mit meiner Cousine das erste Mal an einer Schnupperstunde für Poledance teil. Damals war ich noch 15 und mein Papa alles andere als begeistert, als er davon hörte. Aber ich ließ mich nicht davon abbringen und war überglücklich, dass meine Cousine genauso fest entschlossen war wie ich die Sache mit dem Poledance mal auszuprobieren.

Die ersten Reaktionen

Auf dem Weg zum Studio wurden wir noch mehrmals von unseren Eltern angerufen, dass wir keine Getränke annehmen sollen und auch keine Fotos von uns machen lassen sollen. Ich fand es super übertrieben. Wir fanden das Studio nicht auf Anhieb und fragten einen Mann der uns entgegenkam, wo hier das Poledancestudio ist. Er sah uns mit weit aufgerissenen Augen an. „Etwa dieses Gogo!?“ - ich konnte nicht anders als zu grinsen, es war ihm sichtbar befremdlich das Wort Gogo in den Mund zu nehmen. Dennoch konnte er uns zeigen, wo sich das Poledancestudio befand. 

Hin und hergerissen

Als wir ankamen dann die Enttäuschung; das Studio befand sich am Ende einer dunklen Straße, direkt hinter den Bahngleisen in einem Hinterhof in der 2. Etage. Mist, hatten etwa doch alle Recht? Meine Cousine und ich schauten uns an. Aber die Blöße wollten wir uns nicht geben und sagten, dass wir nicht umsonst hergekommen sind. An die Schnupperstunde kann mich gar nicht mehr genau erinnern, aber wir kamen zu dritt wieder in der darauffolgenden Woche und buchten ein drei Wochen Schnupperpaket. Da haben wir dann Feuer gefangen, es stand fest, dass wir Poledance unbedingt weitermachen.

 

Von dort an war Montag mein neuer Lieblingstag und ich war schon voller Aufregung, wenn ich auf den Beginn der Stunde wartete. Wir lernten die ersten Tricks und fingen schnell damit an eine Choreographie zu lernen. Ich saugte förmlich alles auf, was unsere Trainerin uns an Tipps gegeben hat und gab mir die allergrößte Mühe, wenn sie gerade bei mir stand. Als wir lernten über Kopf zu gehen und ich das erste Mal noch etwas unsicher im Outside Leghang war, wäre ich beinahe geplatzt vor Stolz.

Und wofür sparst du dein Geld?

Das nächste große Ziel war eine eigene Poledancestange und ich fing an mein ganzes Taschengeld eisern zu sparen. Als meine Cousine zum Studieren wegzog pausierte ich jedoch meinen Vertrag, da ich mir nicht vorstellen konnte ohne sie zum Training zu gehen. Die Poledancestange war bereits im Wohnzimmer aufgebaut und so lief ich jeden Tag an ihr vorbei und vermisste das Training. Nach einem Jahr meldete ich mich wieder beim Studio an, welches gerade frisch umgezogen war. Nach kurzer Zeit war ich wieder auf dem früheren Stand und diesmal gab es keine Pause mehr. Ich wurde immer besser und trainierte zeitweise sogar vorher noch im Fitnessstudio. Irgendwann konnte ich anderen sogar Tipps geben und wurde durch mein regelmäßiges Trainieren zu einer der Besten im Kurs.

Interesse daran Trainerin zu werden?

Vor ein paar Jahren wurde ich das erste Mal gefragt, ob ich es mir vorstellen kann selbst Trainerin zu sein. Doch ich lehnte ab. Klar war ich mittlerweile ganz gut, aber die Trainerinnen waren in meinen Augen die Perfektion in Person. Wie sollte ich denn da mithalten? Ich hatte extrem hohe Ansprüche an mich selbst und war der festen Überzeugung noch weitaus besser werden zu müssen. Das änderte sich, als ich feststellte, dass immer mehr Mädels aus meinem Level die Trainerausbildung machten und damit auch erfolgreich waren. Ob ich es vielleicht doch wagen sollte?

Ich bin dabei

Nachdem mich meine Trainerin dazu ermutigt hatte meldete ich mich für die Ausbildung zur Poledancetrainerin beim Aerial Dance Center an. Während der Ausbildung lernten wir in 4 Tagen Grundausbildung bei Nele Sehrt viel zu Anatomie, Musikstruktur, dem richtigen Warm-up und vielem mehr. Die Ausbildung war super spannend und ich hätte Nele wahrscheinlich noch tagelang weiter zuhören können. Ich nahm alles mit, was ich mir merken konnte und schrieb jeden Tag mehrere Blätter voll. Selbst, wenn man nicht direkt als Trainerin arbeiten will fand ich die Zeit extrem lehrreich auch für das eigene Training. Danach habe ich im Anschluss in 3 Tagen die Beginnerausbildung gemacht. Das bedeutete jeden Tag von morgens bis abends Poletricks bis ins Detail auseinanderzunehmen, selbst durchzutanzen und andere dabei zu korrigieren. Ich hätte niemals gedacht, dass man bei Beginnertricks auf so viel achten kann, doch war verwundert wie schnell man einen neuen Blick für die Bewegungsabläufe gewinnt. Nach den 7 Tagen Ausbildung war ich bis zum Rand vollgepumpt mit Wissen und froh, dass ich noch einige Wochen Zeit zum Nachbereiten hatte, bis ich dann das Wissen an andere weitergeben würde.

Jetzt geht es los

Als der Tag kam, an dem ich das erste Mal Unterricht gab fühlte ich mich zugegebenermaßen alles andere als selbstsicher. In meinem Kopf bin ich mehrmals alles durchgegangen, was ich in den Stunden mit den Kursen mache und worauf ich achten muss. Als das Training dann losging lief es echt gut und ich war froh, dass ich den Teilnehmern direkt helfen konnte einen Trick besser zu machen. Plötzlich hatte ich so viel zu tun, dass gar keine Zeit mehr für Nervosität blieb. Ich habe mein Warm-up gemacht, die neue Choreographie beigebracht, die dazugehörigen Technikelementen erklärt, jeden Schüler korrigiert und am Ende noch das Cool down gemacht. Am Anfang hatte ich oft Probleme damit die Stunde nicht zu überziehen.  

Übung macht den Meister

Auf dem Rückweg vom Training denke ich meist über die Stunden nach, diesmal jedoch über mich als Trainerin und nicht als Schülerin. Die Grundlage habe ich während der Ausbildung gelernt, das Unterrichten kann man sich aber nur durch die Praxis selbst beibringen. Ich bin sehr glücklich darüber mittlerweile meinen eigenen Stil als Trainerin gefunden zu haben. Wenn ich heute einen Trick zeige und bewundernde Kommentare die Reaktion ist, muss ich immer lächeln. War ich nicht selbst vor kurzem noch die, die Trainerinnen angehimmelt hat? In unfassbar vielen Situation sehe ich mich selbst in den Teilnehmerinnen und verhalte mich als Trainerin so, wie ich es mir früher immer gewünscht habe. Das funktioniert auch mit Erfolg. In meinen Stunden wird viel gelacht und herumgealbert und ich versuche mit viel Herz auf jede Person einzeln einzugehen. Wenn am Ende der Stunde die Teilnehmerinnen aus dem Kursraum kommen und begeistert erzählen, welchen Trick sie gelernt haben werde ich vor Stolz gefühlt noch ein paar Zentimeter größer. Trainerin zu sein ist für mich eine der erfüllendsten Aufgaben, die mir zeigt, dass ich genau das Richtige tue mit meiner Arbeit.

5 Kommentare

  • Toller Beitrag! Am Anfang hatte ich echt nie gedacht, dass ich jemals den Wunsch hätte einen Trainerschein zu machen… aber jetzt melde ich mich wahrscheinlich für einen xpole Trainer-Kurs am Ende des Jahres an! Ich freue mich schon total, den Schein zu machen auch wenn mich vielleicht nicht mal ein Studio als Trainer einsetzen möchte :D Warum ? – Weil ich so auch besser allen meinen Mitpolerinas helfen kann die mich regelmäßig um Hilfe fragen. Immer wenn ich seit einiger Zeit Zuhause sage “Mama, ich muss zum Training! XY hat gefragt ob ich helfe” witzeln alle darüber ich soll doch endlich meinen Trainerschein machen. Und meine Mitpolerinas freuen sich immer total. Solche Sätze wie “Wow, wegen dir habe ich jetzt endlich den Trick verstanden” zu hören ist echt motivierend. Obwohl das schönste daran einfach ist wie Stolz ich auf sie bin, dass sie den Trick auf den sie schon so lange hinarbeiten endlich hinbekommen haben. Jeder der sich noch nicht sicher ist, sollte es aufjedenfall mal an seinen Freunden “ausprobieren”. So ein Trainerschein ist ja preislich nicht ganz ohne :(

    Ganz Geheim
  • Wenn ich in deiner Nähe wäre würde ich nur bei dir Pole Dance Unterricht nehmen ;)
    Aber mal im Ernst! Ich finde es beeindruckend wie du dir Ziele setzt und diese erreichst. Und jetzt gründest du passend dazu dein eigenes Polewear Label!
    Klasse Frau!

    Linda
  • Schöne Geschichte! Ich selber bin auch Trainerin (wenn auch nicht im Poledance) und weiss, wieviel Arbeit es war, aber auch gleichzeitig, wieviel Freude das gemacht hat und nach wie vor macht! Ich kann deine Erfahrung nur teilen! :)

    Alina
  • Vielen lieben Dank für Deinen Bericht. Ich möchte das auch soo gerne und habe ganz lange darauf gespart,weil die Ausbildung nun mal sehr teuer ist. Mir steht meine eigene Unsicherheit im Wege,weil ich schon bald 58 bin. Aber ich sage mir selbst,ich mache mir diese Ausbildung zum Geschenk, egal,ob und was daraus vielleicht wird.

    Bettina
  • Ich war auch schon oft am überlegen.. wäre echt toll…das wäre ein Traum…nur bei mir in der denk ich schwierig auszuüben. Bin begeistert und finds toll das du es durchgezogen hast

    Michaela Grausam

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